Heddernheim ist ein traditionsreicher Stadtteil im Nordwesten von Frankfurt am Main und gehört seit dem 1. April 1910 offiziell zur Stadt. Mit rund 17.460 Einwohnern verbindet Heddernheim historische Bedeutung, städtische Infrastruktur und naturnahe Lebensqualität.
Der Stadtteil blickt auf eine lange Geschichte zurück: Ursprünglich war Heddernheim Standort der römischen Munizipalstadt Nida, dem Hauptort der Civitas Taunensium. Später gehörte der Ort vom 12. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1803 zum Mainzer Domkapitel und war zwischen 1806 und 1866 eine von Frankfurter und kurhessischem Territorium umgebene Exklave des Herzogtums Nassau. Die besondere Lage trug zu einer komplexen Konfessionsgeschichte bei: Trotz katholischer Herrschaft blieb die Gemeinde mehrheitlich lutherisch, ergänzt durch eine bedeutende jüdische Gemeinde, die im 18. und 19. Jahrhundert zeitweise die größte des Herzogtums Nassau war.
Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich Heddernheim zu einem wichtigen Standort des metallverarbeitenden Gewerbes. Die Vereinigten Deutschen Metallwerke beschäftigten zeitweise über 20.000 Mitarbeiter und waren während des Zweiten Weltkriegs größter Hersteller von Verstellpropellern für die Luftwaffe. Seit der Deindustrialisierung ab den 1970er Jahren spielt die Industrie kaum noch eine Rolle, während Wohngebiete wie die Nordweststadt und das Mertonviertel entstanden.
Geografisch liegt Heddernheim am rechten Ufer eines Niddabogens und grenzt nördlich und westlich an Niederursel und Praunheim. Auf der gegenüberliegenden linken Niddaseite liegen Eschersheim sowie südlich Teile des Volksparks Niddatal, der Ginnheim, Praunheim und Hausen umfasst. Der Stadtteil ist mit etwa 250 Hektar relativ klein, verfügt jedoch über eine hohe Bevölkerungsdichte. Der alte Ortskern befindet sich im östlichen Stadtbezirk mit der Hauptstraße Alt-Heddernheim und der Heddernheimer Landstraße, während der westliche Stadtbezirk die May-Siedlung Römerstadt und das Nordwestzentrum umfasst.
Heddernheim verbindet Geschichte, Kultur und urbanes Leben: Historische Bauwerke und Siedlungen treffen hier auf moderne Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten und Grünflächen, wodurch der Stadtteil besonders für Familien, Berufspendler und kulturinteressierte Bewohner attraktiv ist.